Fußball heute: Nach nur vier Spieltagen steht René Wagner beim 1. FC Köln bereits massiv unter Druck. Das Derby gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag (15:30 Uhr) könnte laut Sky sein letztes Spiel als Cheftrainer werden, wie sport.de berichtet. Der Coach selbst versucht, die Debatte so gut es geht auszublenden.
1. FC Köln: Wird das Derby zum Endspiel für Wagner?
Während der Länderspielpause soll die Stimmung im Klub gekippt sein. Zeigt die Mannschaft gegen Gladbach keine klaren Fortschritte, ist demnach eine sofortige Trennung nicht mehr ausgeschlossen. Erst vergangene Woche hatte sich der Gemeinsame Ausschuss nach der HSV-Niederlage bei einer Sitzung am Geißbockheim offenbar noch einstimmig hinter den Trainer gestellt.
Etwas anders klingt die Sport Bild. Nach deren Informationen hat sich der Klub intern darauf verständigt, Wagner nur noch für ein weiteres Spiel zu stützen, weil die Verantwortlichen nicht passiv wirken wollen. Selbst bei einer Derby-Niederlage soll er aber auch die folgende Partie gegen Eintracht Frankfurt noch bekommen. Die Berichtslage bleibt damit uneinheitlich.
FC News: Alvermann schließt Ultimatum aus
Offiziell wird ein Ultimatum dementiert. „Grundsätzlich wären wir schlecht beraten, eine Trainerentscheidung vom Ausgang eines Spiels abhängig zu machen“, sagte Jörg Alvermann dem Express. Bleiben die Ergebnisse aus, dürfte die Rückendeckung für Wagner laut des Blattes allerdings weiter schwinden.
Mit Gegenwind war der Coach ohnehin in die Saison gestartet. Schon die schwachen Resultate am Ende der Vorsaison hatten Zweifel geweckt, die Auftritte gegen Bremen und beim 1:2 in Hamburg verstärkten die Kritik. Vier Punkte aus vier Bundesliga-Spielen sind die Folge. Bereits seine Beförderung vom Interims- zum Cheftrainer im Frühjahr war in der Stadt umstritten.
René Wagner: „Davon muss ich mich lösen“
Die öffentliche Debatte geht an ihm nicht vorbei, räumte Wagner auf der Pressekonferenz am Freitag ein. „Ich bin mir bewusst, dass diese Stimmen auftauchen. Das ist auch ok. Meine Aufgabe ist es, Punkte mit der Mannschaft zu holen. Am Ende zählt die Kommunikation, die ich intern mit den Menschen in Verantwortung habe. Da gibt es diese Stimmen nicht“, sagte er.
Beeinflussen lassen will sich der FC-Coach davon nicht. Es sei gerade relativ schwer, die Kritik nicht wahrzunehmen. Ließe er sich davon leiten, würde das seinen Job aber nur schwieriger machen, weil dann Gedanken im Kopf schwirrten, die dort nicht hingehörten. „Davon muss ich mich lösen“, betonte Wagner. Vor dem Duell mit Gladbach ist genau das die größte Herausforderung.
Derby gegen Gladbach: Wagner braucht dringend Siege
Sein Plan für das erste Duell mit dem Erzrivalen als Chef ist simpel: „Vollgas Richtung Derby.“ Ein Sieg könnte ihm neuen Kredit verschaffen. „Ich glaube, am Anfang einer Trainerlaufbahn oder wenn man den Job übernehmen darf, ist es natürlich wichtig, Siege einzusammeln“, sagte Wagner. Gegen Gladbach wolle man noch ein bisschen mehr, weil es für jeden im Verein dieses Stück mehr Wichtigkeit habe.
Die Tabelle spricht zumindest für die Kölner, denn der Gegner steht ohne Punkt und mit minus zehn Toren noch schlechter da. Ein Nachfolger kursiert dennoch: Der Express brachte nach der HSV-Pleite Horst Steffen ins Spiel, der seit seiner Freistellung bei Werder Bremen im Februar verfügbar ist. Ein Sieg am Sonntag würde solche Gedankenspiele vorerst beenden.
