Berlin (dpa) – Die Verantwortlichen aus Berlin haben die zurückgezogene Olympia-Bewerbung für 2036, 2040 und 2044 auch mit einem drohenden Wahldebakel begründet. «Was die Verbände von uns verlangt haben, konnten wir ihnen nicht bieten – nämlich politische Stabilität. Wir wollten nicht in Baden-Baden mit einer einstelligen Stimmenanzahl aus der Runde gehen. Das hat Berlin nicht verdient», sagte der Olympia-Beauftragte Kaweh Niroomand.
«Berlin hat nicht verdient, abgewatscht zu werden»
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verkündete zwei Tage vor der nationalen Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in Baden-Baden, dass sich die Hauptstadt zurückziehen werde. «Berlin hat nicht verdient, dort abgewatscht zu werden. Diese Blamage wollen wir uns ersparen», fügte Niroomand an. Wegner sprach «von einem traurigen Tag für Berlin». Als Bewerber verbleiben damit München und Köln-Rhein-Ruhr.
Die Metropole wollte sich mit dem Konzept «Berlin+» gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben. Berlin galt vor der Entscheidung aber nur noch als krasser Außenseiter.
Delegation reist nach Baden-Baden
Das Scheitern hat zahlreiche Gründe. Bei der Abgeordnetenhauswahl wurde der schwarz-rote Senat, der die Pläne vorangetrieben hatte, abgewählt. Wahlsiegerin Elif Eralp (Linke), die neue Regierende Bürgermeisterin werden könnte, ist Olympia-Gegnerin und hatte bereits den Bewerbungsprozess samt Kosten kritisiert.
Eralp positionierte sich nach dem klaren Wahlsieg nochmals gegen eine Bewerbung der Stadt. «Die Gegner müssen nun zeigen, wie sie die Lücke füllen, die das Projekt Olympia lässt», sagte Sportsenatorin Iris Spranger (SPD). Bürgermeister Wegner kündigte an, die Delegation werde dennoch nach Baden-Baden reisen. «Berlin wird sich weiter beteiligen. Wir wollen, dass die Spiele nach Deutschland kommen», sagte der CDU-Politiker.