Geht es nach Philipp Treu, dann hat sich die lange Suche nach einem rechten Außenverteidiger für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Donnerstagabend erledigt. Die Lösung will er beim Duell in den Niederlanden (20.45 Uhr/RTL) einfach selbst sein. Und die verbale Steilvorlage dafür lieferte ihm Bundestrainer Jürgen Klopp.
„Philipp marschiert die Bahn hoch und runter, völlig wurscht, welche Tages- und Nachtzeit. Wir reden in Deutschland, wir haben keine Rechtsverteidiger, und da spielt einer, und der muss sich selbst fragen: Hä, worüber reden die?“, begründete Klopp die erstmalige Berufung des 25-Jährigen für die DFB-Auswahl.
DFB-Star Treu: Erster Kontakt mit Klopp per Face Time
Mit diesem Lob konfrontiert berichtete nun Treu, dass er genau darüber mit Klopp auch im ersten FaceTime-Call gesprochen habe. Jetzt ist der Freiburger der Top-Kandidat für die Nachfolge von Joshua Kimmich in der deutschen Viererkette, denn der Kapitän wird bekanntlich wieder ins Mittelfeld beordert.
„Eine coole Aussage“, sei die Einschätzung von Klopp gewesen, dass er die Lösung für die Problemposition sei, berichtete Treu im DFB-Quartier in Herzogenaurach. Sie gebe ihm eine extreme Motivation, zu zeigen, „was ich drauf habe und wer der Rechtsverteidiger aus Freiburg denn ist. Und so gehe ich dem Ganzen auch nach. Und so versuche ich auch, die Woche zu bestreiten, Gas zu geben und zu zeigen, wer ich bin“, sagte Treu.
Mit einem Einsatz des 1,72 Meter großen Verteidigers in Amsterdam wird nach dem Klopp-Statement allgemein gerechnet. Konkurrent im Premierenaufgebot des Bundestrainers ist der Stuttgarter Josha Vagnoman, der zuletzt im März gegen Ghana (2:1) für die DFB-Elf spielte, aber von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht ins WM-Aufgebot berufen wurde.
Nationalmannschaft: Schnelle Begeisterung von Treu für Bundestrainer Klopp
Klopp hat Treu gleich in positiver Weise eingefangen. „Ich muss sagen, durch seine lockere und positive Art, wie er einen dann auch anlacht, ist es dann einfach so, dass du dann auch selbst sagst, ey, der ist ja ein Mega-Typ, und mit dem habe ich einfach Bock, zu arbeiten. Und so war es bei mir auch, dass man gemerkt hat, für den würde ich durchs Feuer gehen, so vom Gefühl“, beschrieb Treu das Kennenlernen mit Klopp.
Seine Aufgabe auf der Außenbahn will er modern interpretieren. „Man muss ein gutes Zusammenspiel haben zwischen hinten dichtzuhalten, aber auch sich vorne immer aktiv mit einzuschalten. Und ich glaube, diese Komponenten bringe ich auch mit und die will ich auch zeigen“, sagte er.
Eine andere Position als Außenverteidiger sei für ihn nie infrage gekommen. „Ich war früher immer sehr, sehr klein. Und da habe ich mich schon immer sehr wohl gefühlt“, sagte Treu. Für Klopp soll er als rechter Außenverteidiger jetzt zum Riesen werden.
(dpa)
