Jürgen Klopps erster DFB-Kader hätte beinahe einen Schalker enthalten. Soufiane El-Faouzi war nach Bild-Informationen eine ernsthafte Option für den neuen Bundestrainer, im Aufgebot taucht der Mittelfeldspieler von Schalke 04 dennoch nicht auf. Stattdessen läuft der 24-Jährige in der Länderspielpause erneut für Marokko auf, wie derwesten.de berichtet – womit ein Verbandswechsel endgültig vom Tisch ist.
Schalke 04: Klopp-Umfeld fragte bei El-Faouzi an
Das Umfeld des Bundestrainers soll laut Bild bei Spielerseite und Schalke angefragt haben, ob El-Faouzi einer Nominierung grundsätzlich offen gegenüberstünde. Der in Deutschland geborene und aufgewachsene Profi hätte sich das demnach durchaus vorstellen können. Für einen Spieler, der vor zwei Jahren noch in der Regionalliga kickte, wäre die Berufung ein bemerkenswerter Sprung gewesen.
Möglich war der Wechsel bislang, weil sein Einsatz für Marokko im Mai nur ein Testspiel gewesen war. Am Donnerstag wurde der zentrale Mittelfeldspieler nun zum zweiten Mal für den amtierenden Afrika-Meister nominiert, in der Länderspielpause stehen drei Partien an, darunter Spiele in der Afrika-Cup-Qualifikation. Für den Schalker ist die Entscheidung damit praktisch gefallen.
El-Faouzi für Marokko: Vier Länderspiele schließen den DFB aus
Kommt El-Faouzi in allen drei Begegnungen zum Einsatz, hätte er vier Länderspiele auf dem Konto. Nach den aktuellen Regularien des Weltverbands wäre ein späterer Wechsel zum DFB damit unmöglich. Schon die Pflichtspiele in der Afrika-Cup-Qualifikation gelten laut Bild als Ausschlusskriterium – erst diese Vorgabe macht die Nominierung vom Donnerstag zum Wendepunkt.
Offen bleibt laut derwesten.de, ob Klopp kein Interesse hatte oder ob sich der 24-Jährige selbst auf Marokko festgelegt hat. Im Vorfeld hatte es wiederholt Gerüchte gegeben, der Schalker dürfe sich Hoffnungen auf eine Nominierung für Deutschland machen. Dass Klopp anfragen ließ und ihn dann doch nicht berief, lässt beide Lesarten zu.
Kein Schalker im DFB-Kader: Dämpfer auch für Karius und Gosens
Als Beinbruch gilt der Ausgang dennoch nicht. Marokko zählt zu den besten Nationalteams der Welt, und bei Klopp gehört El-Faouzi offenbar nicht einmal zu den Top 44. Dass der zweitbeste Läufer der Bundesliga mit 12,9 Kilometern pro Spiel dort keinen Platz fand, zeigt, wie groß die Konkurrenz im deutschen Mittelfeld aktuell ist.
Kein einziger Schalker steht in Klopps Kader für die vier Nations-League-Spiele. Das ist auch für Loris Karius (33) und Robin Gosens (32) eine Enttäuschung, die als heißeste Kandidaten der Königsblauen galten. Für den Aufsteiger wäre eine Berufung ein willkommenes Signal gewesen, dass die Bundesliga-Rückkehr auch beim DFB registriert wird.
Bundestrainer Klopp setzt auf Überraschungen statt Routiniers
Mutige Entscheidungen hatte der Bundestrainer angekündigt – und hielt Wort. Statt auf die Schalker Routiniers setzte er auf Überraschungen wie Derry Scherhant und Max Rosenfelder (beide Freiburg), Felix Keidel (Elversberg), Mika Baur (Celtic) und Bambasé Conté (Hoffenheim). Der Kader zeigt, dass Klopp bewusst jenseits der etablierten Namen sucht.
Für Schalke bedeutet die Länderspielpause vor allem eines: Der Klub muss auf seinen Mittelfeldmotor verzichten. Statt in Deutschland für den DFB zu spielen, ist El-Faouzi mit Marokko unterwegs und kehrt womöglich mit vier Länderspielen zurück – und einer Zukunft, die im Nationaltrikot endgültig nicht mehr Schwarz-Rot-Gold trägt.
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