Heraklion (dpa) – Die TSG Hoffenheim hat in der Europa League einen krassen Fehlstart hingelegt und überraschend das Gastspiel auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta verloren. Das Team von Trainer Christian Ilzer unterlag dem Außenseiter OFI Kreta in Heraklion verdient mit 0:2 (0:1) und muss nach einem lethargischen Auftritt am ersten von acht Gruppenspieltagen einen herben Rückschlag hinnehmen.
Reisen nach London und Brüssel warten
Die Tore vor gut 20.000 Zuschauern erzielten Offensivspieler Aitor Cantalapiedra (30. Minute) und der eingewechselte Georgios Kanellopoulos (84.). Während die TSG in der Bundesliga zuletzt eindrucksvoll mit Königsklassen-Teams wie Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart mithielt, zeigte sie auf internationaler Bühne eine ganz schwache Leistung.
Dabei hatte der Club die Rückkehr nach Europa herbeigesehnt – und dabei im Mai auch schnell verdrängt, dass sogar die Qualifikation für die Champions League greifbar war. Nach der Reise auf die spätsommerliche Urlaubsinsel Kreta erwartet die TSG in dieser Saison auch noch Trips nach London (zu Crystal Palace), nach Brüssel (zum RSC Anderlecht) sowie erneut nach Griechenland, wo es gegen Olympiakos Piräus geht.
Klopps Hoffenheim-Neuling nur als Joker
«Zu weit wollen wir nicht nach vorne schauen. Kreta wird auch ein hartes Stück Arbeit», warnte Geschäftsführer Andreas Schicker vor der Partie bei Nitro. Kreta hat nicht nur am vergangenen Wochenende in Piräus gewonnen, sondern in der vergangenen Saison auch den griechischen Pokal und im Anschluss den Supercup gegen Champions-League-Teilnehmer AEK Athen gewonnen.
Hoffenheim hatte wie zu erwarten mehr vom Spiel und dominierte früh den Ball. Verteidiger Ozan Kabak bot sich nach 15 Minuten die erste große Chance, doch seinen Kopfball konnte Torhüter Nikos Christogeorgos parieren.
Patrick Wimmer, der wie Youngster Nathan de Cat in Hoffenheims erste Elf rotierte, hatte zuvor geflankt. Nicht zur Startformation gehörte dagegen Bambasé Conté, der von Bundestrainer Jürgen Klopp für die DFB-Elf nominiert wurde.
Hajdari patzt vor Gegentor
Nicht zum deutschen XXL-Aufgebot von mehr als 40 Spielern gehört Oliver Baumann, der unter Julian Nagelsmann noch bis kurz vor der WM die deutsche Nummer eins war. Auf Kreta hatte Baumann in den ersten 30 Minuten wenig zu tun – und dann direkt das Nachsehen. Weil Albian Hajdari sich von Kenan Kodro übertölpeln ließ, konnte der Offensivspieler unbedrängt auf Aitro querlegen und zum Führungstor assistieren. Der alleingelassene Baumann blieb ohne Chance.
Die Gäste aus dem Kraichgau spielten Pass um Pass, doch wirklich zwingend wurde es kaum. Stattdessen hätte Taxiarchis Fountas (53.) nach präziser Hereingabe beinahe das 2:0 für den Außenseiter erzielt. Ilzer brachte zur Halbzeit Innenverteidiger Koki Machida und legte nach einer Stunde mit Conté und Routinier Andrej Kramaric nach.
Im jungen Adam Daghim und in Fisnik Asllani kamen weitere Offensivspieler für die TSG. Hoffenheim schnürte den Gegner in der eigenen Hälfte und teilweise im eigenen Strafraum ein, doch für den Ausgleich reichte es nicht. Stattdessen machte Joker Kanellopoulos spät alles klar.