Fußball heute: Bundestrainer Jürgen Klopp hat auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main seinen ersten Kader als Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft bekanntgegeben. Klopp nominierte 44 Spieler für die kommenden vier Nations-League-Partien. Die DFB-Elf trifft in der UEFA Nations League 2026/27 in der Gruppe A2 auf die Niederlande, Griechenland und Serbien — vier der sechs Gruppenspiele stehen bereits im September und Oktober an.
Klopp kündigte eine mutige Auswahl an, die auf eine Mischung aus erfahrenen WM-Fahrern und aufstrebenden Talenten setzt. Er lässt Taten folgen, der Kader hält einige Überraschungen bereit, jeweils 22 Spieler für die ersten zwei Spiele gegen die Niederlande und Griechenland und die letzten beiden Spiele gegen Serbien und abermals Griechenland.
DFB-Kader I für Niederlande und Griechenland
Deutschland: Die Torhüter
Finn Dahmen
Alexander Nübel
Marc-André ter Stegen
Deutschland mit Bundestrainer Klopp: Das ist die Abwehr
Hennes Behrens
Yann Aurel Bisseck
Nathaniel Brown
Max Rosenfelder
Nico Schlotterbeck
Jonathan Tah
Philipp Treu
Josha Vagnoman
Das DFB-Mittelfeld für die Nations League
Nadiem Amiri
Bambasé Conté
Yannik Engelhardt
Chris Führich
Serge Gnabry
Lennart Karl
Joshua Kimmich
Jamal Musiala
Felix Nmecha
Kevin Schade
Anton Stach
Der Angriff von Bundestrainer Jürgen Klopp
Younes Ebnoutalib
Kai Havertz
DFB-Kader II für Serbien und Griechenland
Deutschland – Die Torhüter
Noah Atubolu
Finn Dahmen
Jonas Urbig
Deutschland mit Bundestrainer Klopp: Das ist die Abwehr
Waldemar Anton
Ridle Baku
Finn Jeltsch
Maximilian Mittelstädt
David Raum
Malick Thiaw
Das DFB-Mittelfeld für die Nations League
Karim Adeyemi
Mika Baur
Tom Bischof
Saïd El Mala
Brajan Gruda
Vitaly Janelt
Felix Keidel
Aleksandar Pavlović
Derry Scherhant
Florian Wirtz
Der Angriff von Bundestrainer Jürgen Klopp
Jonathan Burkardt
Nick Woltemade
DFB- Nominierung live: „Wir haben Jungs dabei, die euch überraschen“
Jürgen Klopp hat in den vergangenen vier Wochen intensiv Spieler persönlich beobachtet – nach elf Jahren Abwesenheit aus der Bundesliga sei das direkte Erleben für ihn besonders wichtig gewesen. Auf seiner ersten Pressekonferenz als Bundestrainer kündigte Klopp an, mit dem Kader alle vier anstehenden Partien gewinnen zu wollen. Eine A- und B-Mannschaft werde es nicht geben.
Der neue Bundestrainer ließ auf der Pressekonferenz keinen Zweifel daran, dass er bewusst neue Akzente setzen will: „Wir haben ein paar Jungs dabei, die euch überraschen.“ Das verfügbare Talent sei so groß gewesen, dass nicht alle berücksichtigt werden konnten – eine Aussage, die neugierig macht auf die Namen hinter dem Kader.
Schlotterbeck, Musiala und Gnabry sind trotz zuletzt gesundheitlicher Probleme in beiden Aufgeboten nominiert. Klopp plant, alle drei dosiert einzusetzen, um ihnen Spielrhythmus zu geben – ein Zeichen, dass er auf Kontinuität setzt, ohne Risiken einzugehen. Auch Torwart Finn Dahmen steht in beiden Kadern.
Klopp über DFB-Motivation: „Ab Montag wieder sichtbar machen“
In Gesprächen mit allen nominierten Spielern habe Klopp gespürt, wie viel es ihnen bedeute, für Deutschland zu spielen. Ziel sei es nun, möglichst viele Eindrücke von den Spielern zu sammeln – und diese Motivation ab Montag gemeinsam sichtbar zu machen. Worte, die nach Jahren der Ernüchterung rund um die Nationalmannschaft eine neue Energie versprühen.
DFB-Tor: Ter Stegen als Nummer eins – aber Klopp macht Leistung zur Bedingung
Gleichzeitig lässt Klopp keinen Zweifel daran, dass die Hierarchie im Tor nicht in Stein gemeißelt ist: „Wenn Spieler nicht performen, wird es einen Einfluss haben.“ Die generelle Torhütersituation bewertet er dennoch positiv – Manuel Neuer sei jahrelang der Weltbeste gewesen, ter Stegen sei ebenfalls Weltklasse. Sein Fazit: „Wir haben kein Torhüterproblem. Wir haben auf dieser Position außergewöhnliches Talent.“
Klopp-Ansage an Kimmich: Was du bei Bayern zeigst, zeig es auch hier
An Joshua Kimmich richtet Klopp klare Erwartungen: Was der Mittelfeldspieler bei Bayern abreißt, solle er auch im Nationaltrikot zeigen – und als erfahrener Spieler vorangehen. Eine direkte Botschaft, die Kimmichs Rolle im DFB-System unmissverständlich definiert. Auch von seiner Position hat Klopp eine klare Vorstellung: „Wir haben ihm im Mittelfeld geplant. In keinem Gespräch wurde er als Rechtsverteidiger geplant. Ist nicht so, dass ich das nicht nachvollziehen kann, das kann man so spielen. Aber wir sehen ihn als Mittelfeldspieler.“
Jürgen Klopp macht auf seiner Pressekonferenz deutlich, welches Fundament er beim DFB legen will – und stellt dabei eine These in den Mittelpunkt: „Fußballerische Qualität wird dann sichtbar, wenn eine Mannschaft Stabilität im Defensivverhalten hat. Wenn du nur Offensive denkst, dann wird dich die Defensive killen.“ Ein klares Bekenntnis zu einem strukturierten Ansatz, der Angriffslust mit Absicherung verbindet.
DFB-Spielweise: Klopp fordert Geduld – und sofortige Fortschritte zugleich
Trotz der hohen Qualität im Kader mahnt Klopp zur Besonnenheit: Eine neue Herangehensweise brauche Zeit. Gleichzeitig erwartet er unmittelbare Verbesserungen – „mehr geht immer“, so der Bundestrainer. Ein Spagat, der zeigt, wie hoch Klopp die Messlatte von Beginn an anlegt.
Die Zeit zwischen den Länderspielphasen will Klopp aktiv für den Austausch mit den Spielern nutzen – sein Interesse gelte ausdrücklich allen, auch Kandidaten aus der U21. Das übergeordnete Ziel formuliert er dabei so präzise wie motivierend: „Wir wollen den Jungs dabei helfen, ihr unglaubliches Potenzial in Qualität umzumünzen.“
Jürgen Klopp gibt auf der Pressekonferenz tiefere Einblicke in seine Defensivphilosophie: ballorientiertes Verteidigen mit kollektiver Verantwortung. In seinen Vereinen nannte er dieses Prinzip „organisiertes Chaos“ – ein System, das auch Spielern helfe, die im direkten Duell gegen ihren Gegenspieler Nachteile hätten. Eine Spielweise, die dem DFB eine neue taktische Identität geben soll.
Bundestrainer Klopp: Kaderzusammenstellung als Teamprozess – „Es war cool“
Die Zusammenstellung des Kaders beschreibt Klopp als echten Teamprozess mit Spaßfaktor: Zu jedem Kandidaten wurden Videosequenzen gesichtet, jeder Name diskutiert. „Es war cool, sich mit den Spielern zu beschäftigen“, so der Bundestrainer. Der offene Ansatz zieht sich dabei wie ein roter Faden durch seine Haltung – die Tür stehe für jeden offen, der sich zeige. Ziel sei es, den Kader für die Zukunft zu formen: „Das ist der erste Schritt, aber nicht der letzte.“
DFB-Neustart: Klopp sieht sich bestens vorbereitet – und denkt langfristig
Den Unterschied zwischen Vereins- und Nationaltrainer sieht Klopp gelassen. Sein gesamtes bisheriges Leben habe ihn auf diesen Job vorbereitet – die begrenzte gemeinsame Zeit sei im Fußball normal. Entscheidend sei, dass die Mannschaft über die Länderspielperioden hinweg zusammenwachse. Ein Geduldsspiel, das Klopp mit seiner charakteristischen Überzeugung angeht.
Jürgen Klopp lieferte auf der Pressekonferenz Begründungen für seine Nominierungsentscheidungen – und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Oliver Baumann sei keine endgültige Absage erteilt worden: Man habe sich bewusst für ter Stegen als erfahrenen Keeper entschieden und dahinter die nächste Generation aufgestellt. Leroy Sané habe noch nicht richtig in die Saison gefunden – ein Gespräch mit dem Bundestrainer stehe noch aus.
DFB-Kader: Klopp lobt Ebnoutalib und Burkardt – mit klaren Worten
Das Eintracht-Sturmduo erhält viel Lob vom neuen Bundestrainer. Younes Ebnoutalib überzeuge durch Schlauheit, Einsatzbereitschaft und Positionierung in der Tiefe. Jonathan Burkardt bezeichnet Klopp als „herausragenden Stürmer“ – ohne seine Verletzungshistorie wäre er längst kein Diskussionsthema mehr gewesen. Leon Goretzka fehlt verletzt, Deniz Undav sei noch nicht in Form.
Ausdrückliches Lob gibt es auch für Lennart Bischof und Tom Karl. Bischof sei selbstbewusst und bereit – seine Verletzung komme zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Karl bezeichnete Klopp als feinen Fußballer mit strategischem Talent und Kapitän der U21 – im zweiten Nations-League-Block wechsle er ins A-Team, in Absprache mit Vincent Kompany.
Klopp über Freiburger, Wirtz und Tresoldi: Drei bemerkenswerte Aussagen
Die vier nominierten Freiburger – Rosenfelder, Treu, Scherhant und Engelhardt – lobt Klopp für ihre Mentalität: Diese könne man nicht kaufen, aber entwickeln – und die Freiburger brächten sie bereits mit. Florian Wirtz steht im regelmäßigen Kontakt mit dem Bundestrainer, der betont: Das Mannschaftsspiel müsse funktionieren, damit Einzelspieler wie Wirtz glänzen können.
Noch offen ist die Nationalitätenfrage bei Niccolò Tresoldi – ob der Stürmer künftig für Deutschland oder Italien aufläuft, ist bislang ungeklärt. Klopp hat mit dieser Pressekonferenz nicht nur Kaderfragen beantwortet, sondern Konturen eines neuen DFB gezeichnet – eines, das auf Mentalität, Entwicklung und Kollektiv setzt.
Die Nations-League-Spiele des DFB-Teams im Überblick
Mit diesem Kader bestreitet die DFB-Elf folgende vier Partien in der UEFA Nations League:
- Do, 24.09.2026, 20:45 Uhr: Niederlande – Deutschland (Amsterdam, live bei RTL)
- So, 27.09.2026, 20:45 Uhr: Deutschland – Griechenland (Augsburg, live in der ARD)
- Do, 01.10.2026, 20:45 Uhr: Deutschland – Serbien (München)
- So, 04.10.2026, 21:45 Uhr: Griechenland – Deutschland (Thessaloniki)
Es ist der Auftakt einer neuen Ära: Als 13. Bundestrainer in der Geschichte des deutschen Fußballs startet Jürgen Klopp mit einem Intensivprogramm — vier Länderspiele in elf Tagen fordern von Beginn an maximale Konzentration. Nach dem bitteren WM-Aus 2026 gegen Paraguay bereits in der Runde der letzten 32 soll Klopp frischen Wind ins Spiel des Nationalteams bringen und die DFB-Elf zurück in die Weltspitze führen.
