Fußball heute: Samstag, 18.30 Uhr, Nürnberg – für Hannover 96 und Trainer Christian Titz wird dieses Auswärtsspiel zur Schicksalsfrage. Vier Punkte aus vier Spielen, Platz 13, eine angespannte Fanszene: Wie *Bild* berichtet, gilt die Partie intern als mögliches letztes Spiel für Titz, sollte die Niedersachsen verlieren. Rund 1.700 Anhänger reisen mit – Proteste sind nicht ausgeschlossen.
H96-Trainer Titz gibt sich unbeeindruckt – Tomiak widerspricht dem Außenbild
Titz selbst zeigt sich nach außen gelassen. „Im Fußball werden Dinge gern von außen hereingetragen. Die haben mich aber nicht persönlich zu interessieren“, sagte er. Auf die Frage nach einem drohenden Aus antwortete der Coach trocken: „Wir sind am 5. Spieltag und da gibt’s keine Endspiele.“ Worte, die Entschlossenheit signalisieren sollen – und die Titz dringend braucht.
Abwehrchef Boris Tomiak stützt diese Haltung und widerspricht dem negativen Außenbild: „Ich glaube, dass es von außen viel negativer gesehen wird, als es eigentlich ist. Am Ende des Tages sind wir trotzdem auf einem guten Weg.“ Bemerkenswert: Tomiak gilt nicht als besonderer Titz-Befürworter – sein Rückhalt wiegt deshalb umso mehr. Das Punktedefizit erklärt er schlicht als Ergebnisverwertungsproblem: Hannover hätte jeden der bisherigen vier Gegner schlagen können.
Hannover 96: Taktische Baustellen und zwei Personalsorgen vor Nürnberg
Tomiak benennt auch die taktischen Defizite klar. Hannover müsse lernen, in schwachen Phasen gezielt vom Pressing abzulassen, den Ball laufen zu lassen und kompakter zu stehen: „Wir müssen die Phasen erkennen, in denen wir dem Gegner auch mal den Ball geben.“ Die Stimmung in der Kabine beschreibt er dabei als stabil – keiner lasse sich aus der Ruhe bringen, die Chemie stimme.
Personell fehlen Bundu und Hugonet, im Angriff tendiert Titz zu Marcel Hartel als Startelfspieler – Källman und Pichler kämen dann erneut von der Bank. Besonderes Augenmerk gilt dem Nürnberger Tempodribbler Mohamed Ali Zoma: „Er hat eine enorme Sprintstärke und Beschleunigungsphase. Wir müssen Geschwindigkeit gegenstellen“, so Titz. Sprinter Bastian Allgeier soll diese Aufgabe übernehmen. Für Hannover 96 zählen in Nürnberg keine Worte mehr – nur Punkte.
