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Was wurde aus...?

Marco Bode – Der bescheidenste und fairste Profi Fußballer

Autor: Lea

Bescheidenheit und Fairness sind zwei wertvolle Tugenden, die im Profifußball oft vermisst werden. So ist heutzutage ein Videobeweis notwendig, um die vielen Fouls der Spieler ausfindig zu machen. Außerdem prahlen die meisten Fußballprofis auf diversen Social-Media-Kanälen mit ihrem luxuriösen Lebensstil. Doch in der Geschichte des Fußballs findet man auch einen Spieler, der diese beiden Tugenden in hohem Maße verkörpert hat. So gilt Marco Bode bis heute als bescheidenster und fairster Spieler, den der Profifußball wohl je gesehen hat. Er kam nicht mit einem Ferrari, sondern mit dem Fahrrad zum Training. Ebenso bekam er in 379 Bundesligaspielen nur zehn Verwarnungen und wurde nie vom Platz gestellt. Aus diesem Grund soll dieser erstaunliche Fußballer im Folgenden genauer dargestellt, und der Frage nachgegangen werden: Was wurde eigentlich aus Marco Bode?

Spielerprofil Marco Bode

Name:Marco Bode
Geburtstag:23.07.1969
Nation:
Größe:1,89 m
Gewicht:85 kg

Marco Bode Steckbrief – Bei diesen Vereinen war er aktiv

Marco Bodes Steckbrief liest sich relativ schnell. So sind Marco Bodes Vereine nur sein Jugendverein VfR Osterode und der SV Werder Bremen. Nachdem er dort bei den Amateuren in der Oberliga Nord einen guten Eindruck hinterlassen hatte, holte ihn der damalige Trainer Otto Rehhagel 1989 zu der Profimannschaft. Der am 23. Juli 1969 in Osterode geborene Bode war damals 20 Jahre alt. Schon in seiner ersten Profisaison gelangen ihm in 20 Bundesligaspielen vier Tore und er kam sogar im UEFA-Cup zum Einsatz. Schließlich folgte eine große Fußballerkarriere als Publikumsliebling bei Werder Bremen. So gelangen dem linken Mittelfeldspieler in allen 13 Spielzeiten für den Verein mindestens drei Treffer. Außerdem wurde er 1996 und 2002 als Bremens Sportler des Jahres ausgezeichnet. Des Weiteren liegt Marco Bode heute auf Platz zwei der Bremer Rekordtorschützen in der Bundesliga hinter Claudio Pizarro.

Marco Bode Steckbrief

1977-1988VfR Osterode (Junioren)
1988-1989Werder Bremen Amateure
1989-2002Werder Bremen

Mit dem SV Werder Bremen wurde Marco Bode 1991, 1994 und 1999 DFB-Pokalsieger. 1992 gewann er sogar den Europapokal der Pokalsieger. Zusätzlich wurde er 1993 Deutscher Meister und 1995 Deutscher Vizemeister. Eines seiner wertvollsten Tore schoss er wohl im DFB-Pokal-Finale 1999 vom Punkt aus. Als es gegen den FC Bayern München nach der regulären Spielzeit wie auch nach der Verlängerung noch 1:1 stand, kam es zum Elfmeterschießen. Marco Bode traf dabei den ersten Elfmeter und Werder Bremen siegte schließlich mit 5:4 im Elfmeterschießen.

Marco Bodes Karriere in der Nationalmannschaft

Seinen ersten Einsatz für die Nationalmannschaft hatte Marco Bode am 03. Oktober 1989 für die U21-Auswahl. Er wurde beim 2:0-Sieg über Finnland in der EM-Qualifikation in der 76. Minute eingewechselt. Insgesamt kam er auf fünf Spiele und zwei Tore für die U21-Auswahl, aber er wurde in der Jugend nie für eines der WM Teams oder EM Teams nominiert. Anders sah dies bei der A-Nationalmannschaft aus. Hier bestritt Marco Bode sein erstes Spiel am 15. Dezember 1995 in Südafrika. Das Freundschaftsspiel ging zwar 0:0 aus, allerdings gab es eine Kuriosität rund um Marco Bode. So sagte der damalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela aufgrund Bodes langer Haare zu ihm: „You look exactly like Steffi Graf.“ Anschließend kam es regelmäßig vor, dass Marco Bode für die Nationalmannschaft nominiert wurde. Er bestritt insgesamt 40 Länderspiele für die A-Nationalmannschaft und schoss neun Tore. Neben Freundschaftsspielen kam er dabei in der EM- und WM-Qualifikation zum Einsatz. Außerdem fuhr er zu zwei Europameisterschaften: 1996 holte er mit der deutschen Nationalelf den EM-Titel und 2000 schied er in der Vorrunde aus. Ins WM Team Deutschland schaffte Marco Bode es nur 2002. Schon vor dem Turnier in Brasilien zählte Deutschland zu den WM Favoriten. Dieser Rolle wurde die Nationalelf auch gerecht und wurde schließlich Zweiter. Marco Bode kam dabei meist von der Bank oder wurde vorzeitig ausgewechselt. Nur bei den 1:0-Siegen gegen Paraguay im WM Achtelfinale und gegen Südkorea im WM Halbfinale stand er in der Startelf und spielte auch die komplette Spielzeit durch. Bei der 0:2-Niederlage im WM Finale wurde er in der 84. Minute ausgewechselt. Im Anschluss an dieses Spiel beendete der damals 32-Jährige seine aktive Karriere.

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Marco Bode nach seiner aktiven Karriere

Viele hätten sich wohl Marco Bode als Trainer gut vorstellen können. Doch er widmete sich lieber anderen Aufgaben. So ist Marco Bode bis heute Strategiemanager bei der Medienproduktionsfirma nordisch. Außerdem war er öfter als TV-Experte bei Fußballübertragungen tätig. Dass Marco Bode nicht Trainer geworden ist, bedeutet allerdings nicht, dass er bei keinem Verein mehr tätig war. Von 2012 bis 2021 gehörte er dem Aufsichtsrat des SV Werder Bremen an, ab 2014 sogar als Vorsitzender.

Das Gehalt von Marco Bode

Da Marco Bode 481 Spiele für seinen Verein und 40 Länderspiele bestritten hat, wird er wohl während seiner aktiven Laufbahn auch einiges an Geld verdient haben. Sein genaues Gehalt ist jedoch unbekannt. Spieler wie Steffen Effenberg und Lothar Matthäus verdienten in den 90er-Jahren wohl circa 5 Millionen DM pro Jahr, aber Marco Bodes Gehalt wird vermutlich klar unter diesen Gehältern gelegen haben. Bekannt ist nur, dass Bode sich im November 2020 als Aufsichtsratsvorsitzender gegen die hohen Gehälter im Profifußball aussprach. So solle es laut Marco Bode heute zumindest eine Diskussion über eine mögliche Gehaltsobergrenze für Profifußballer geben.

Marco Bode privat

Neben seiner Karriere als Fußballer studierte Marco Bode zeitweise Mathematik und Philosophie. Allerdings brach er beide Studiengänge ab, da er als Fußballprofi zu wenig Zeit hatte. Daher hat Marco Bode bis heute nur einen Kompaktkurs in Betriebswirtschaftslehre absolviert. 1988 zog Marco Bode nach Bremen. Auch nach seiner aktiven Karriere blieb er der Stadt treu. So wohnt Marco Bode bis heute in Bremen. Über Marco Bodes Frau Kerstin Krückeberg ist relativ wenig bekannt. 2001 bekamen die beiden eine gemeinsame Tochter, Luca Sophie Krückeberg. Sie erlangte in ihrer Jugend als Tennisspielerin Bekanntheit. Im Mai 2022 erschien Marco Bodes Buch „Tradition schießt keine Tore“. In diesem thematisiert er den Abstieg Werder Bremens aus der Bundesliga im Jahr 2021 und stellt Ideen vor, wie sich Traditionsvereine in der Zukunft im Fußball behaupten könnten.