Bundesliga: Die besten Winter-Neuzugänge der Clubs

Haaland mit historischem Traumstart

Erling Haaland hat einen unglaublichen Traumstart hingelegt: In seinen ersten drei Spielen für Borussia Dortmund erzielte der junge Norweger sieben Tore – Bundesliga-Rekord. Und Haaland benötigte für diese sieben Tore lediglich 77 Minuten, seine Quote von 19 Minuten pro Treffer ist ebenfalls sensationell. Seinem Hattrick bei seinem BVB-Debüt beim 5:3 in Augsburg ließ er je einen Doppelpack beim 5:1-Sieg gegen Köln und beim 5:0 gegen Union Berlin folgen.

Der 19 Jahre alte Angreifer, den Borussia Dortmund vom österreichischen Erstligisten RB Salzburg ins Ruhrgebiet geholt hat, ist der wohl spektakulärste Transfer der Winterpause. Der 1,94 Meter große Mittelstürmer bringt dem BVB die ersehnte Durchschlagskraft im Angriff – das wiederum macht den Meisterschaftskampf in der Bundesliga noch spannender. Die Schwarz-Gelben liegen, auch dank der Treffer des Blondschopfs, aussichtsreich im Titelrennen. Für die Defensive verpflichtete der BVB übrigens noch den flexibel einsetzbaren deutschen Nationalspieler Emre Can, der künftig für mehr Stabilität sorgen soll. Doch auch die Konkurrenz hat sich im Winter verstärkt.

Olmo erweitert Leipzig Offensiv-Optionen

Bei der Beschreibung von Dani Olmo werden schnell Superlative bemüht. Viele sehen im Neuzugang von RB Leipzig, der am 20. Spieltag beim 2:2 gegen Gladbach sein Debüt feierte, einen der besten Mittelfeldspieler der Welt. Sein früherer Jugendtrainer Denis Silva sagte über ihn: “Auf jeden Fall bereut Barca es, ihn verloren zu haben.” Olmo, der in der Jugend des FC Barcelona spielte und im vergangenen Jahr den Sprung in die spanische Nationalmannschaft schaffte, sei “der geborene Torjäger”, wie Silva Puig, ebenfalls einer von Olmos ehemaligen Jugendtrainern, behauptet.

Dass der 21 Jahre alte Spanier, der mit der U21 seines Heimatlandes 2019 Europameister wurde, den spanischen Meister 2014 verließ und sich dem kroatischen Club Dinamo Zagreb anschloss, hatte einen wichtigen Grund. Olmo wollte spielen, sich auf großer Bühne als Spielmacher präsentieren. Mit 16 Jahren machte er schließlich seine erste Partie als Profi – nach und nach entwickelte er sich zu einem absoluten Leistungsträger. In den vergangenen beiden Saisons gehörte Olmo stets zu den drei besten Scorern Zagrebs – das ist auch in der laufenden Spielzeit der Fall, wo er auf acht Treffer und sieben Assists kommt. Bei seinem neuen Club, wo Trainer Julian Nagelsmann auf ein 4-4-2 mit zwei offensiven Außenspielern und zwei Stürmern setzt, dürfte Olmo einen Platz auf den Außenbahnen einnehmen – oder dort den Konkurrenzkampf anheizen. Alternativ sehen ihn Experten auch als hängende Spitze, der Kroate ist schließlich ein flexibler Angreifer. Im Kampf um die Meisterschaft kann er sich zu einem entscheidenden Faktor entwickeln.

Piatek nimmt sich Lewandowski zum Vorbild

Doch auch Teams mit anderen kurz- bis mittelfristigen Zielen als der Meisterschaft haben aufgerüstet. Hertha BSC etwa hat sich die Dienste des Angreifers Krzystof Piatek gesichert. Der Pole schlug in der italienischen Serie A richtig ein, schoss zunächst für Sampdoria Genua 13 Tore in 19 Partien, wechselte dann nach nur einem halben Jahr zum AC Mailand. Neun weitere Treffer sicherten ihm Rang drei in der italienischen Torjägerliste. Aufgrund seiner Herkunft werden natürlich schnell Vergleiche mit einem prominenten Landsmann gezogen.

Für den 24 Jahre alten Piatek ist Robert Lewandowski daher nicht nur Teamkollege in der Nationalmannschaft, er ist auch sein Idol, wie er betont: “Ich habe versucht, mir sein Verhalten auf dem Platz abzuschauen. Während des Spiels versuche ich, mich auch auf ähnliche Weise zu bewegen.” Beim Hauptstadtclub unter Trainer Jürgen Klinsmann will er sich auf ein noch höheres Level bringen: “Ich weiß, dass ich Lewandowskis Niveau erreichen kann, aber ich muss noch hart arbeiten.” Beim Bundesliga-Debüt gegen Schalke gab Piatek in nur 27 Minuten immerhin schon die meisten Torschüsse (3) auf Berliner Seite ab.

Odriozola – schneller Flanken-Experte für Bayern

Stichwort harte Arbeit: Die hat Alvaro Odriozola während seiner Karriere leisten müssen. Dem neuen Rechtsverteidiger des FC Bayern München wurde nichts geschenkt, er war nie das klassische hochgelobte Talent, dessen Weg vorbestimmt war. Erst mit 21 Jahren schaffte er den Sprung in den Profi-Bereich – recht spät gemessen am üblichen Alter anderer Debütanten. Von seinem Jugendclub Real Sociedad San Sebastian wechselte er 2018 zu Real Madrid, nun ist seine Karriere um einen weiteren großen Club reicher. Bis zum Ende der Saison wird er auf Leihbasis für den Rekordmeister spielen. Von seiner Verpflichtung erhofft sich Trainer Hansi Flick mehr Flexibilität im Kader.

Odriozola werden enorme Schnelligkeit sowie eine ausgeprägte Fähigkeit, Flanken zu schlagen, nachgesagt. Damit scheint er die optimale Ergänzung für den Kader des amtierenden Meisters zu sein, der nun endlich den von Trainer Flick gewünschten Defensivspieler bekommen hat.

Palacios soll bei Bayer 04 Zeit bekommen

Auch Flicks Trainer-Kollege Peter Bosz hat noch Bedarf für eine Verstärkung gesehen. Für den Niederländer gab es daher in der Winterpause eine frohe Botschaft. Vom argentinischen Erstligisten River Plate stieß der Mittelfeldspieler Exequiel Palacios zur Werkself. Er soll dafür sorgen, dass das Bosz-Team seine Leistung in der Rückrunde konstanter abrufen kann. Denn das Ziel, sich für die Champions League zu qualifizieren, ist für Bayer 04 Leverkusen absolut realistisch. Auch wegen Palacios.

Sein neuer Trainer gibt ihm jedoch Zeit: “Man hofft natürlich, dass er schon kurzfristig eine Rolle spielen kann, aber er wird auch seine Zeit bekommen. Weil es auch für diesen sehr jungen Spieler wichtig sein wird, dass er sich an Europa, an Deutschland, an die Bundesliga, an Bayer 04 Leverkusen und an die Sprache anpasst.” Gedulden musste sich der 21-Jährige ohnehin noch. Wegen einer Roten Karte, die er noch für seinen Ex-Club sah, war er zunächst gesperrt und kann erst am 21. Spieltag zum Einsatz kommen.